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Die Wahrheit über Die Ärzte: Nagel

25. Januar 2013 | Von |

Irgendwann im letzten Frühjahr, kurz bevor Die Ärzte ihr zwölftes Studioalbum „auch“ veröffentlichten, stellte ich für eine zitty-Titelgeschichte namens „Die Wahrheit über Die Ärzte“ verschiedenen Wegbegleitern der „besten Band der Welt“ eine Frage. Weil daraus meist doch ein paar mehr wurden, an dieser Stelle: Autor und Künstler Nagel, der mit seiner ehemaligen Band Muff Potter mal im Vorprogramm von Die Ärzte spielte.

Nagel

Früher mal mit Muff Potter im Vorprogramm von Die Ärzte unterwegs, heute ohne Ärzte und mit neuer Band, die so heißt wie er: Nagel

Sind Die Ärzte gute Gastgeber?

Nagel: Sehr gute! Als wir 2008 eine Woche mit ihnen tourten fühlten wir uns sehr willkommen. Wir wurden als Vorband sogar bezahlt. Das sollte natürlich normal sind, ist es aber leider ganz und gar nicht. Farin, Bela und Rod haben uns abwechselnd angesagt, da hat einen das Publikum gleich etwas lieber. In Hannover haben mir deswegen sogar 14.000 Leute „Happy Birthday“ gesungen. Da war ich schon ein bisschen gerührt. Nach dem ersten Soundcheck kamen sogar deren Techniker und haben uns erstmal unsere Gitarren alle schön bundrein gemacht. Das war ein bisschen onkelig, aber schön onkelig. Die Großen kommen an und helfen den Kleinen.

Sind Die Ärzte ordentlich im Backstage?

Nagel: Da hat ja jeder seinen eigenen Backstageraum. Ich kann nicht sagen, was darin passiert. Aber von Farin weiß man ja, dass dort drogenmäßig totale Abstinenz herrscht. Unsere Backstageräume sahen wahrscheinlich schlimmer aus als deren.

Sind Die Ärzte Rockstars für Dich?

Nagel: Ich kenne Farin und Bela ja nun einigermaßen. Mit dem Wort Freunde muss man vorsichtig sein, aber wir sind schon recht freundschaftlich verbunden und haben auch außerhalb von Die Ärzte und Muff Potter gemeinsame Sachen gemacht. Dadurch ist es schwer, jemanden noch als Rockstar zu sehen. Aber klar: Wenn irgendwelche Musiker in Deutschland dieses Rock- oder Popstar-Ding zu recht tragen, diese Aura, die sie auch zurecht umgibt, dann sind das auf jeden Fall Die Ärzte.

Und das schließt nicht aus, dass sie auch noch eine Punkrockband sind?

Nagel: Ja, das ist doch super, dass bei den Ärzten so viel zusammen kommt. Dass sich eine gewisse Art von Glamour und Integrität nicht ausschließen, sieht man ja an der Band ganz wunderbar, das ist doch das Schöne. Integer und smart zu sein heißt nicht, für immer immer der Typ von nebenan in Jeans und Turnschuhen zu bleiben. Diese Aura von Glamour, die die Band umgibt, gehört für mich zur Popmusik dazu. Wunderbar, wie Die Ärzte dazu in ihren Songs und Kostümen immer schon gespielt haben. Wie sich inszenieren, „Ich bin ein Papapapapa-Papapapapa-Popstar“, solche Sachen. Das macht den Reiz dieser Band aus.

Sind Die Ärzte für Dich Vorbilder?

Nagel: Musikalisch: null. Gar nicht.Vorbild ist auch ein schwieriges Wort, davon möchte ich mich eigentlich fernhalten. Aber für so eine gewisse Art, wie man eine Band macht, könnten sie natürlich Role Models sein. Ich habe Die Ärzte neulich erst im Auftrag der „Intro“ interviewt. Beim Pre-Listening des neuen Albums fiel mir auf, dass ich dort wirklich zum ersten Mal seit 20 Jahren eine Ärzte-Platte von vorne bis hinten gehört habe. Soviel zum Thema, wie wichtig mir die Band musikalisch ist.

Sagen Die Ärzte immer die Wahrheit? Oder stricken sie Legenden um sich?

Nagel: Ob Wahrheit oder Legende weiß ich jetzt nicht, aber sie sind natürlich die absoluten Promomaschinen. Auch mir gegenüber. Thomas Venker von der Intro bat mich, das Interview zu machen, weil ich Die Ärzte doch gut kennen würde. Könnte doch ein persönliches und intimes Interview werden, dachte er. Da habe ich schon laut gelacht und gesagt, dass er das doch nicht ernsthaft glaubt. Die Band gibt es seit 30 Jahren, die sind die absoluten Vollprofis. Ich werde ankommen, der Kumpel Nagel sein, dann werde ich das Aufnahmegerät anmachen und 45 Minuten lang der Typ von der Intro sein. Dann werde ich das Gerät ausmachen und wieder der Kumpel Nagel sein. Und genau so war’s auch. Ich finde das beeindruckend, wie man so professionell unterscheiden kann.

Und muss.

Nagel: Ja, Die Ärzte sind da ja auch gebrannte Kinder, auf eine Art, wegen Bravo und Co. damals. In diesem Kontext funktionierten die plötzlich. Da wurde es schnell sehr privat, da sind die einfach vorsichtig.

Auch gefragt waren: John Niven, Flo Hayler, ein Arzt, ein Fan, eine Plattenhändlerin, Klaus Wowereit, Hagen Liebing und die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.

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