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Die Wahrheit über Die Ärzte: Mr. Dead and Mrs. Free

25. Januar 2013 | Von |

Irgendwann im letzten Frühjahr, kurz bevor Die Ärzte ihr zwölftes Studioalbum “auch” veröffentlichten, stellte ich für eine zitty-Titelgeschichte namens “Die Wahrheit über Die Ärzte” verschiedenen Wegbegleitern der “besten Band der Welt” eine Frage. Weil daraus meist doch ein paar mehr wurden, an dieser Stelle: Ina Winkels, Plattenhändlerin bei Mr. Dead and Mrs. Free in Berlin-Schöneberg, dem Plattenladen, dem auch Die Ärzte vertrauen.

Sind Die Ärzte gute Kunden?

Ina Winkels: Anderthalb Ärzte bedienen wir. Bela kommt häufiger, Rod selten, den anderen habe ich noch nie hier gesehen. Doch, einmal.

Ina Winkels, Mr. Dead And Mrs. Free

Kennt Die Ärzte auch als ihre Kunden: Ina Winkels vom berühmten Berliner Plattenladen Mr. Dead And Mrs. Free

Was heißt häufig?

Ina Winkels: Kommt darauf an, wie oft er in Berlin ist, Bela pendelt ja immer zwischen Berlin und Hamburg hin und her. Je seltener er kommt, desto mehr kauft er dann. Er neigt zum Großeinkauf. Und er bevorzugt Damen! Er kauft gerne Musik von attraktiven Frauen. Nicht etwa von krawalligen tätowierten Männern, dann doch eher von gut geschminkten tätowierten Frauen!

Zum Beispiel?

Ina Winkels: Zum Beispiel Lanie Lane, eine Australierin. Fifties-Retrolook, Ausschnitt, rote Lippen, enge Röcke.

Vinyl oder CDs?

Ina Winkels: Er kauft CDs.

Nochmal: Die Ärzte sind also gute Kunden?

Ina Winkels: Sie sind sehr gerne gesehene Kunden. Bela ist ein sehr angenehmer, einfacher Kunde, der weiß, was er will, sich aber auch gerne beraten lässt. Wir können seinen Geschmack gut einschätzen. Ein dankbarer Kunde, ein echtes Win-Win. Rod weiß immer was er will. Diese eine Platte, die ihm fehlt. Der kauft nicht so Tonnen.

Die Ärzte haben also einen guten Musikgeschmack?

Ina Winkels: Ja. Für Jan kann ich nicht sprechen, aber Bela definitiv. Der hat auch einen sehr offenen, breiten Geschmack und ist kenntnisreich, hört nicht nur Sachen die sich zum Beispiel anhören wie Die Ärzte.

Gab es denn nie einen Fehlgriff?

Ina Winkels: Eigentlich nie, nein. Er ist auch ein sehr treuer Käufer von anderen deutschen Bands, ein richtiger Unterstützer des lokalen Nachwuchses. Da fragen wir manchmal schon: „Bist Du sicher, dass Du das wirklich brauchst?“ Und er sagt: „Ich weiß, dass das nicht so gut ist, aber ich muss die unterstützen!“ Er oder seine Entourage müssten dort nur einmal anrufen, und die Bands würden ihm ihre CDs mit Kusshand schenken. Er legt aber Wert darauf, sie zum vollen Preis zu kaufen. Und wenn er sie dann weiterverschenkt. Dafür kauft er die Platten manchmal gleich zweimal. Er ist ja auch wie seine Band ein großer Unterstützer ihrer Supportbands. Das finde ich total sympathisch.

Ist er Euch immer treu geblieben oder geht er fremd?

Ina Winkels: Wenn er nicht in Berlin ist, kauft er sich natürlich mal eine Platte im Internet – und ist danach immer ganz aufgelöst. „Die musste ich mir jetzt schon bei Amazon kaufen, weil ich nicht warten konnte bis ich wieder in Berlin bin“. Und dann kommt er ein zweites Mal und verschenkt die dann. Damit er sie nicht nicht hier gekauft hat! Echt total nett, noch netter geht es nicht. Die Ärzte sind sehr einfach lieb zu haben.

Auch gefragt waren: John Niven, Flo Hayler, ein Arzt, ein Fan, Nagel, Klaus Wowereit, Hagen Liebing und die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.

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