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„Neeeeever forget where you’ve come here from!“

8. August 2020 | Von |

Der gefühlt letzte Podcast der Welt: In „NEVER FORGET – der 90er-Podcast“ vom Musikexpress erinnern Stephan Rehm Rozanes und ich uns an die Musik und Popkultur unsere eigenen Jugend, pro Folge muss ein anderes Genre dran glauben. Check it out!

Gut, seriös werden wir wohl trotzdem nicht mehr werden: Stephan Rehm Rozanes (rechts) und ich beim Fotoshooting für unseren Podcast „NEVER FORGET – der 90er-Podcast“ (Foto: Thomas Neukum)

Wenn ich von irgendeiner Sache Ahnung habe, dann von unnützem Wissen. Informationen und Zusammenhänge aus den Schulstunden habe ich auf der Stelle vergessen – aber sämtliche Songtexte der Bravo-Charts und der Backstreet Boys, der Name dieses Rappers aus der zweiten „Popstars“-Staffel oder den Rat, den Homer Simpson seinem Sohn Bart in Folge Drölf, Staffel 9 mit auf den Lebensweg gibt, haben sich auf immer und ewig in mein Kleinhirn (oder ist es das Großhirn? Woher soll ich das wissen!) gefressen. ⠀

Der Kabarettist Hanns-Dieter Hüsch beschrieb den „fröhlichen Fatalismus“ (Welt.de) des gemeinen Niederrheiners, der ich ja auch bin, einst mit dessen Lebensmotto: „Wer weiß, wozu et jut is.“ Und so redete auch ich mir diese scheinbare Fehlbesetzung von Speicherplatz in meinem Kopf schön: Vielleicht kann ich mit diesem „Wissen“ eines Tages ja doch einmal was anfangen. Bei „Wer wird Millionär?“ oder „Hast Du Töne?“ gewinnen, Hundewelpen oder gar die Menschheit wie in „Ready Player One“ retten, sowas in der Art.

Plötzlich ist mein unnützes Wissen zu was gut

Jetzt, mit Ende 30, arbeite ich seit Jahren bei einem Musikmagazin, das ich früher nach der „Bravo“ und neben der VISIONS gelegentlich las und habe mit einem hochgeschätzten Freund und Kollegen, dem es genau so geht wie mir, einen Podcast erfunden. Er heißt wie Take Thats Über-Hymne „NEVER FORGET“, es geht um die 90er und in den bisher sechs von angedachten 90210 Folgen sprechen wir zum Beispiel mit dem damaligen VIVA-Moderator Nilz Bokelberg über meine erste Liebe (Grunge), mit dem Typ, der Liquidos „Narcotic“ geschrieben und gesungen hat über Alternative Rock, mit der damals blonden Kurzhaarigen von Mr. President über „Coco Jamboo“, Eurodance und den „Playboy“ sowie mit Autorin, Journalistin und „Dschungelcamp“-Kommentatorin Anja Rützel über Take That und andere Boygroups. Verdammt, für die Girlgroup-Folge haben wir sogar mit Jazzy von Tic Tac Toe über ihre Heydays, die Skandale und die Zukunft gesprochen. All dieses angestaute unnütze Wissen, plötzlich ist es wirklich zu was gut!⠀

Nein Mama und spätere BWLer aus meinem Abiturjahrgang, ich habe nie was „Anständiges“ oder „Richtiges“ gelernt, mit dem ich on top viel besseres Geld verdienen würde. Gibt trotzdem unspaßigere Aufgaben, als zusammen mit Stephan Rehm Rozanes alle zwei Wochen eine neue Folge „NEVER FORGET – der 90er-Podcast“ aufnehmen zu dürfen.

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Wenn ich von irgendeiner Sache Ahnung habe, dann von unnützem Wissen. Informationen und Zusammenhänge aus den Schulstunden habe ich auf der Stelle vergessen – aber sämtliche Songtexte der @bravomagazin-Charts und der @backstreetboys, der Name dieses Rappers aus der zweiten „Popstars“-Staffel oder den Rat, den Homer Simpson seinem Sohn Bart in Folge Drölf, Staffel 9 mit auf den Lebensweg gab, haben sich auf immer und ewig in mein Kleinhirn (oder ist es das Großhirn? Woher soll ich das wissen!) gefressen. Der Kabarettist Hanns-Dieter Hüsch beschrieb den „fröhlichen Fatalismus“ (Welt.de) des gemeinen Niederrheiners, der ich ja auch bin, einst mit dessen Lebensmotto: „Wer weiß, wozu et jut is.“ Und so redete auch ich mir diese scheinbare Fehlbesetzung von Speicherplatz in meinem Kopf schön: Vielleicht kann ich mit diesem „Wissen“ eines Tages ja doch einmal was anfangen. Bei „Wer wird Millionär?“ oder „Hast Du Töne?“ gewinnen, Hundewelpen oder gar die Menschheit wie in „Ready Player One“ retten, sowas in der Art. Jetzt, mit Ende 30, arbeite ich seit Jahren bei einem der Musikmagazine, die ich früher las (nein, nicht beim @visionsmagazin) und habe mit einem hochgeschätzten Freund und Kollegen, dem es genau so geht wie mir, einen Podcast erfunden. Er heißt wie der beste und stimmungs-trächtigste Song von Take That „Never Forget“ (@neverforgetpodcast), es geht um die 90er und in den bisher 4 von angedachten 90210 Folgen sprechen wir z.B. mit dem damaligen Viva-Moderator @nilzenburger über meine erste Liebe (Grunge), mit dem Typ, der Liquidos „Narcotic“ geschrieben und gesungen hat über Alternative Rock und mit der damals Blonden Kurzhaarigen von Mr. President über „Coco Jamboo“, Eurodance und den „Playboy“. Verdammt, für die nächste Folge („Girlgroups“) haben wir sogar mit Jazzy von Tic Tac Toe über ihre Heydays, Skandale & die Zukunft gesprochen. All dieses angestaute unnütze Wissen, plötzlich ist es wirklich zu was gut! Nein Mama und spätere BWLer aus meinem Abijahrgang, ich hab nie was „Anständiges“ oder „Richtiges“ gelernt, mit dem ich on top besseres Geld verdienen würde (sorry Kids, Erbe wird mau.) Gibt trotzdem schlechtere Jobs.

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Dass dieser Podcast nicht die schlechteste Idee war, die ich jemals hatte, sehen zum Glück auch ein paar andere so. Die Kommentare von Freund*innen, Fremden und Kolleg*innen sind freundlich bis frenetisch. Marcus Engert etwa schreibt auf Stefan Niggemeiers medienkritischem Übermedien.de unter anderem: „Fabian Soethof und Stephan Rehm Rozanes, beide Musikjournalisten und Ende 30, haben sich vorgenommen, mit gebührend zeitlichem und wenig emotionalem Abstand die musikalischen 90er zu rekapitulieren. Ein Podcast, der sich auf die Musikgeschichte der 90er fokussiert, auf den niemand gewartet hat, der nicht eine Antwort auf die drängenden Fragen unserer Zeit gibt, schierer Eskapismus – zum Glück!“

Schon komisch (und ein bisschen geil), wenn plötzlich andere Menschen wohlwollende oder auch konstruktiv-kritische Texte und Kommentare über dich schreiben. Unser bisheriges berufliches Leben lang war es ausschließlich umgekehrt. Gott bewahre: Selbst auf Bunte.de haben wir es dank unseres exklusiven Jazzy-Interviews geschafft! Eine ganz besondere Ehrung für Musikjournalisten wie uns, die in den 90ern und damit mit den Charts als ultimativem Gradmesser des Erfolgs sozialisiert wurden: Zeitweise standen wir sogar auf Platz 1 (!) der „besten Musik-Podcasts aus den aktuellen Spotify- und iTunes-Charts“. Leck mich fett! Dass ich das noch erleben darf!

Was ich eigentlich sagen will: Wir haben da diesen neuen Podcast. Er macht uns Spaß und Euch vielleicht auch oder eben nicht. Hört doch mal rein, kommentiert, abonniert, empfehlt, kritisiert, liked. Zum Beispiel auf musikexpress.de/neverforget oder hier:

„NEVER FORGET – der 90er-Podcast“ – alle bisherigen Folgen im Überblick:

 

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