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Kleine und große Geschäfte

12. November 2012 | Von |

Viele Onlineangebote versprechen Eltern nützlichen Service und Erleichterung des Alltags. Auch diese fünf Berliner Unternehmen setzen auf die Kaufkraft gestresster Mütter und Väter.

Kinderfee

Auf Kinderfee.de vermitteln Stefan Gärtner und Daan Löning deutschlandweit suchenden Eltern den passenden Aufpasser, geprüfte Betreuer oder Tagesväter- oder mütter für Ihr Kind und umgekehrt. Jobsuchende legen Ihr Profil inklusive Foto, Wohnort, Alter, Erfahrung, Sprache, Verfügbarkeit und gewünschtem Stundenlohn an, über ein Formular kann nach Anmeldung Kontakt aufgenommen werden. Das Unternehmen prüft die Plausibilität der Angaben anhand eingereichter Unterlagen, übernimmt aber keine Garantie. Nach erfolgreicher Vermittlung kassiert Kinderfee eine anteilige Provision. Allein in Berlin bieten aktuell rund 400 Babysitter ihre Dienste an. Ein Bewertungssystem über Sternevergabe soll zusätzlich für Transparenz und Entscheidungshilfe sorgen.

PRO: endlich Babysitter finden, ohne Freundeskreis und Familie nerven zu müssen

CONTRA: Vertrauen ist gut, Kennen ist besser

Tausendkind

Online-Shop, Ratgeber und Blog: Seit rund anderthalb Jahren will Tausendkind werdenden Eltern mit wertigen Produkten und Tipps den Alltag erleichtern und verschönern. Schwerpunkt und Geschäftsmodell liegen eindeutig auf klassischem E-Commerce, dem Verkauf von Markenmode, Spielzeug, Lätzchen, Rasseln und haufenweise anderen Produkten, die Babys und Kleinkinder auch über Prenzlauer Berg hinaus brauchen könnten. Die Auswahl ist breit, die Seite übersichtlich – schließlich muss sich Tausendkind gegenüber den Shopgiganten behaupten, die ihr Angebot längst um ein wachsendes Babysegment erweitert haben.

PRO: Bummeln und Shoppen ohne das Kind am Jackenzipfel, das wieder ein angebliches Must-Have entdeckt hat

CONTRA: Anprobe und eventuelle Retour spart das nicht

Meine Spielzeugkiste

Noch besser als Gutes kaufen ist Gutes mieten: „Meine Spielzeugkiste“ macht aus der Not, dass Kinder ihrem Spielzeug so schnell wie ihren Klamotten entwachsen, eine Tugend und verleiht Spielzeug gegen eine monatliche Gebühr ab 14 Euro. Das Prinzip: Gewünschten Lernschwerpunkt des Kindes auswählen, vorgeschlagene Spielzeuge auswählen, Kiste bestellen, zwei Monate später zurückschicken und eine neue bekommen. Die Sharing-Produkte sind entsprechend gebraucht, aber gereinigt und versichert, und aktuell für Kinder zwischen ein bis vier Jahren zu haben. Sachen vom Trödel sind sicher günstiger, doch wem die Zeit für den Flohmarktbummel fehlt, der ist hier richtig.

PRO: mehr Platz im Kinderzimmer, Keller und Dachboden

CONTRA:  für Geschwister-Nachzügler hat das Erstgeborene kein Erbstück mehr

Wummelkiste

Ähnliches Konzept wie „Meine Spielzeugkiste“, anderer Schwerpunkt: In der „Wummelkiste“ finden Eltern für Kinder zwischen drei und sieben Jahren einmal pro Monat Bastelutensilien für den Heimgebrauch. Die Themenideen wechseln je nach Jahreszeit und Förderwunsch. In der Beispielkiste „Licht/Schatten“ etwa befinden sich ein Schattentheater, ein Glühwürmchen-Glas und eine Eulenmaske zum Selbermachen; Sinne, Sprache, Denken und Motorik sollen spielerisch trainiert werden. Ganz günstig ist auch das nicht, der „kleine Wummel“ – drei Monate lang jeweils eine Kiste monatlich mit wechselnder Thematik – kostet 59,95.

PRO: Das Kochhaus-Prinzip: Endlich alle Zutaten in einer Kiste!

CONTRA: Das Finden eigener Bastelideen und -materialien fördert kreatives Denken vermutlich mehr als fertige Sets

petiteBox

Was die Wundertüte für die Kleinen ist, soll die petiteBox für die Großen sein: Statt sich die immer gleichen Gedanken über Geschenkideen für Schwangere und frischgebackene Mütter zu machen, können Gratulanten für die zu Beschenkende eine monatliche Verwöhnbox in drei möglichen Preisklassen (20 Euro, 60 Euro, 120 Euro) abonnieren. Darin stecken dann dem Schwangerschafts-Monat oder dem Alter des Babys entsprechende ausgewählte Markenprodukte und Tipps von Hebammen. Dahinter stehen übrigens die Macher der GLOSSYBOX, die damit das gleiche Prinzip schon auf die sich gerne schminkende Fashionista und pflegebewusste Männer angewandt hatten. Laut den petiteBox-Machern liegt der Paketpreis unter der Summe der Einzelproduktpreise.

PRO: Produkte entdecken, die man selbst vielleicht nie endeckt hätte

CONTRA: Produkte entdecken, die man selbst vielleicht nie entdecken wollte

(erschienen in: zitty, Mai 2012)

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