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Die Kinder fressen ihre Revolution

Das britische Graffiti-Phantom Banksy gilt als Popstar unter den Straßenkünstlern. Jetzt könnte ihm der größtmögliche Hoax der popmodernen Kunstgeschichte gelungen sein: die Film-Dokumentation „Exit Through The Gift Shop“.

Banksy ist ein Popstar, der keiner ist. Sein Werk steht vor dem Künstler, aber das nur, weil eben jener Künstler als Phantom die Öffentlichkeit meidet – und sich dadurch zu einem Popstar stilisiert, wie es Popstars seit Jahren nicht mehr gibt: Er inszeniert eine größtmögliche Unnahbarkeit. Banksy ist mit seinen via Schablone gesprühten Scherenschnitt-Graffiti, von Ratten bis zu knutschenden Polizisten, von Los Angeles bis Palästina, längst selbst eine Marke geworden. Er weiß das natürlich ebenfalls, und so wirft auch sein neuester Streich, der Film „Exit Through The Gift  Shop“, mehr Fragen als Antworten auf. Er ist eine Dokumentation, die vielleicht keine ist.

„Das hier ist eine Dokumentation über einen, der versucht, über mich eine Dokumentation zu drehen“, erklärt ein im Dunkel sitzender und vermummter Banksy zu Beginn. Er meint Thierry Guetta, einen Filmnerd aus Frankreich, dessen Cousin sich als Street Artist „Space Invader“ entpuppt. Als Kameramann rutscht der so faszinierte Guetta Ende der Neunziger in die noch junge Szene, die die größte Gegenbewegung seit Punk werden sollte. In seiner Heimat Los Angeles trifft er den Sprayer Shepard Fairey, hört von Banksy und will den Star der entdeckten Subkultur vor die Kamera bekommen. Ihm gelingt das Unwahrscheinliche, er dreht einen Film, Banksy findet ihn schrottig und schickt Guetta mit ein paar warmen Worten weg. Mit fatalen Folgen: Von Banksy motiviert macht Thierry Guetta sich als „Mr. Brainwash“ auf, der Größte zu werden und vermischt fortan Kunst und Kommerz, wie es vor ihm keiner tat. Er kopiert die ohnehin schon als Kopien angelegten Werke seiner Vorbilder, „er macht sie wirklich bedeutungslos“ (Banksy über Guetta). Guetta will sich selbst ein Denkmal zimmern – und hämmert so den Sargnagel auf das, was ihn inspirierte. Street Art wird bei Sothebys und Co. gehandelt. Die Subkultur ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und im gleichen Moment tot. Plötzlich kommt man nur noch durch den Souvenirladen raus.

Ob Grungemusik, Skateboarding oder Street Art: „Exit Through The Gift Shop“ ist eine Parabel auf alle Bewegungen, die in Nischen heranwuchsen und vom Mainstream vereinnahmt wurden. Und deshalb ist es egal, ob das, was diese Dokumentation zeigt – der Aufstieg und Fall der Street Art und des Thierry Guetta – der Wahrheit entspricht oder nicht: Ein unterhaltsamer „Behind The Scenes“-Kommentar von Banksy zur Lage der Nation und ein Paradebeispiel viralen Marketings ist es allemal. Und falls Guetta selbst tatsächlich eine Erfindung von Banksy sein sollte, wäre er mehr als nur ein Popstar. Er wäre ein anonymes Genie.

(erschienen in: unclesally*s, Oktober 2010)

Die purpurrote Liste

Ist die Demokratie ein überholtes Staatsmodell? An der Humboldt-Universität rufen „Die Monarchisten“ ihr Königreich aus

„Wir vertreten 93 Prozent der Wähler“, erklärt Alexander Klute, nippt an seinem kalten Kaffee und unterdrückt ein Grinsen. „Jeder, der an der Demokratie nicht teilnimmt, ist doch auf unserer Seite.“ Klute sitzt im Uni-Café des Campus Unter Den Linden. Am Mantel trägt er einen kleinen ver.di-Anstecker. Aber der ist wohl eher Tarnung. Klute ist 38, studiert im 30. Semester auf Lehramt und ist einer von derzeit vier aktiven Monarchisten an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Als sich die studentische Liste „Die Monarchisten“ im Wintersemester 2006/2007 mit dem Claim „Mehr Absolutismus wagen“ erstmals zu den Wahlen zum 15.Studierendenparlament (kurz:StuPa) aufstellte, waren die Reaktionen ganz nach ihrem Geschmack. „Eine Referentin fragte entgeistert: Sind das jetzt linke Rechte oder rechte Linke?“, erinnert sich Klute. Ihre Spitzenkandidatin Claudia Reggentin, die wirklich so heißt, bezeichnen sie als „ihre Majestät, die Königin“, in Sitzungen erscheinen sie mit grauhaarigen Perücken und fordern die Einführung des Zottelparagraphen („pro Haarwuchs, gegen Wissensvortäuschung durch gute Kleidung. Solidarität mit den Kapitalschwachen!“) oder vergoldeten Mülleimern auf dem Campus. Zu den weiteren Forderungen gehören beispielsweise die Abschaffung von Anwesenheitslisten, die Einrichtung von Raucher-Refugien, der Ausschank von Spätburgunder, die Freiheit von Studiengebühren oder die Ernennung von Hofnarren. „Ein Königreich für Deine Stimme“ versprechen die tiefschwarzen Wahlplakate der Monarchisten in Frakturschrift auf den Fluren der altehrwürdigen Humboldt-Universität im Januar und zitieren Otto von Bismarck: „Revolutionen machen in Preußen nur die Könige“.

Ein Monarchist und seine Königin: Alexander Klute und Claudia Reggentin (© Dirk Hasskarl)

Mit dem Slogan „Wenn schon rot, dann purpurrot! Wählt das Original!“ schicken die Monarchisten bei den diesjährigen Wahlen „ihre Majestät Königin“ Claudia Reggentin als Spitzenkandidatin ins Rennen und gewinnen mit 3,4 Prozent aller abgegebenen Stimmen immerhin zwei von 60 Sitzen im Studierendenparlament. Als stärkste Liste geht die Linke Liste (LiLi) mit 13,5 Prozent der Stimmen hervor. Ein demokratisch erwähltes Königreich liegt noch in weiter Ferne. Von über 32000 Studenten an der Humboldt-Universität nehmen gerade einmal 7,8 Prozent ihr Recht war. Vor drei Jahren lag die Beteiligung bei 6,2 Prozent. „Die Legitimation der Demokratie ist Geschichte“ schlussfolgerten Die Monarchisten und stellten den Antrag, das StuPa durch den Exzellenzwettbewerb „Die HU sucht die Superkönigin“ zu ersetzen.

3,4 Prozent aller abgegebenen Stimmen konnte die Liste bei den letzten StuPa-Wahlen im Februar auf sich vereinen, dank fehlender Speerklausel haben sie immerhin zwei von 60 Sitzen im Studierendenparlament inne. Als stärkste Fraktion ging die Linke Liste (LiLi) mit 13,5 Prozent der Stimmen hervor. Bloß: Von über 32.000 Studenten an der Humboldt-Universität nahmen gerade einmal 7,8 Prozent ihr Wahlrecht wahr. Vor drei Jahren lag die Beteiligung bei 6,2 Prozent: „Die Legitimation der Demokratie ist Geschichte“, schlussfolgern die Monarchisten. Den Antrag, das StuPa durch den Exzellenzwettbewerb „Die HU sucht die Superkönigin“ zu ersetzen, haben sie bereits gestellt – er kam nicht durch.

Die Wahlbeteiligung ist eines der Lieblingsthemen der Monarchisten – und in dieser Frage wird ihre munter bis alberne Parodie zur beißenden Kritik. Eine „Scheindemokratie“ sei die studentische Selbstverwaltung, meint Alexander Klute. Die Studenten würden vom amtierenden ReferentInnenRat (kurz: RefRat) seiner Universität schlichtweg nicht ausreichend über ihr Wahlrecht informiert, die Bachelor-/Master-Umstellung würde da nur ihr Übriges tun, meint er: „Die Studenten müssen durchstudieren, die haben gar keine Zeit mehr für politisches Engagement.“ Klute schlägt eine schriftliche Wahlbenachrichtigung vor. Zu teuer, kontert der RefRat, der wiederum vom StuPa gewählt wird. „Ach, der RefRat ist ein linker Haufen“, sagt Klute. „Inoffiziell wollen die nur ihre eigene Mehrheit der LiLi nicht verlieren. Ich bin auch links, aber außerdem bin ich für Transparenz.“

Es geht um viel Geld und viel Geklüngel. Von den Semestergebühren der Studenten kassiert und verwaltet der RefRat als Vertretung der Studierendenschaft derzeit zwölf Euro pro Jahr, insgesamt also rund 400.000 Euro. Ein Drittel dieses Haushalts bekommen die Fachschaften, ein Drittel das StuPa, der Rest bleibt beim RefRat. Ein Großteil dieser Gelder ist zweckgebunden, der RefRat finanziert davon unter anderem Sozial-, Bafög-, Ausländer- oder Rechtsberatungsstellen und eine Kita. Die Ausgaben will Klute für alle Studenten offengelegt sehen, schließlich ginge es um ihre Gelder. Eine derartige Transparenz habe es bisher nicht gegeben. „Da wurden auch Fahrten zu G8-Demonstrationen als Bürobedarf deklariert“, sagt er.

Jüngst schrieben sich die Monarchisten noch die Unterstützung eines anderen Gradmessers der Demokratie auf die Wahlplakate: den unabhängigen Journalismus. Mit der Begründung, er finanziere das Projekt, wollte der RefRat Einfluss nehmen auf die redaktionelle Berichterstattung der Studierendenzeitung „UnAufgefordert“ (zitty berichtete). Die Monarchisten schlugen sich auf die Seite der Zeitungsmacher. Schließlich wusste schon Friedrich der Große: „Gazetten dürfet nicht genieret werden“. Auch hier fordert Klute Transparenz. In den Protokollen der entscheidenden Sitzungen wurden nie die vollständigen Namen der Teilnehmer festgehalten, moniert er. Als Entscheidungshilfe zur Wahl aber hätten die Studenten doch ein gutes Recht, zu sehen, welcher ihrer Abgeordneten wofür und wogegen stimmt. Also nahm Klute kurzerhand eine Sitzung auf Tonband auf und veröffentlichte sie auf der Homepage der Monarchisten. Der RefRat schaltete einen Anwalt ein, der Rechtsstreit dauert an. Und wenn die Angelegenheit tatsächlich vor Gericht käme? „Dann müssten sich die Leute auch fragen, warum ich die Sitzung mitgeschnitten habe“, sagt Klute. „Und endlich bekäme die Öffentlichkeit Wind von den Machenschaften des RefRats.“

Bei Hofe wohlgelitten: Alexander von Humboldt, © Heike Zappe

Die Mehrheit der Studenten bekommt von all dem Gerangel nicht viel mit. Ein demokratisch erwähltes Königreich liegt an der Humboldt-Universität noch in weiter Ferne. Aber Klute, der seine E-Mails mit dem Gruß „Lang studiere die Königin!“ unterzeichnet, stört sich daran nicht. Es geht eben um längere Zeiträume. So gesehen wissen Klute und seine Mitstreiter um zwei prominente Förderer – wenn auch nur im Geiste: „Alexander und Wilhelm Humboldt waren eingefleischte Monarchisten. Die hätten uns natürlich unterstützt!“

www.monarchisten-hu.de

(erschienen in: zitty 8/2009, 9. April 2009, Seite 32)

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Der Provokateur

In den letzten Jahren der DDR reizte Jörg Prüße das Regime bis aufs Blut – indem er seinen Kunden „antisozialistische Frisuren“ verpasste. 20 Jahre nach dem Mauerfall erinnert er sich

Das Licht geht aus, „The War“ von Bruce Springsteen tönt durch die Messehalle. Schüsse, Gefechtsdonner, Handgranaten. Models in NVA-Uniformen marschieren auf das Publikum zu, tragen im Schwarzlicht leuchtende Gasmasken im Gesicht und Panzer, Flugzeuge und Kriegsschiffe auf dem Kopf. Plötzlich stoppt die Musik, Finale: die Models kämpfen, sich der Maskerade zu entledigen. Als Sowjetpräsident Michael Gorbatschow verkleidet betritt Jörg Prüße die Bühne – und befreit die jungen Frauen von ihren Kriegsgerätschaften.

„Auch als Friseur konntest du dir Gedanken machen und gegen das Regime protestieren“, erinnert sich Prüße über 20 Jahre nach dem Mauerfall an seine skandalträchtige Abrüstungsshow auf der „Messe der Meister von Morgen“. Er sitzt im Geschäft seines Sohnes, „John’s ARTiger Frisiersalon“ in Prenzlauer Berg. Prüße ist mittlerweile 58 Jahre und immer noch ein bunter Hund. Er trägt Laufschuhe und Jeans, Lederjacke und Hut, blättert durch alte Zeitungsartikel, erzählt einer Kundin amüsiert von der angeblichen Bisexualität, die in seinen Stasi-Akten vermerkt war. Jahrelang reizte Prüße in der DDR die Funktionäre und den Sicherheitsapparat bis aufs Blut – trotzdem oder gerade deswegen war der Friseurmeister aus Prenzlauer Berg ein Star in einem Regime, das jede Form von Individualismus unterdrücken wollte. Er fiel auf in einer grauen Republik, in der sich niemand etwas trauen durfte.

Ende 1980 eröffnet „Jörgs Frisierstübchen“ in der Greifswalder Straße. Prüße, im väterlichen Salon in Stralsund quasi aufgewachsen, lebt zu diesem Zeitpunkt bereits seit elf Jahren in Ost-Berlin und tobt sich aus. Er ging zur Armee, wurde Diplom-Ingenieur, lernte Arzthelfer, trat in TV-Shows auf. Er musste das alles ausprobieren, sagt er, „um zu merken, dass ich wirklich Friseur werden will.“ Schnell mausert sich der Laden zum Geheimtipp – die unkonventionellen Frisuren grenzen an offene Regimekritik. „Wenn wir damals Haare färbten, war das ein unvorstellbarer Protest. Ich musste zum Ministerium, weil die jugendlichen Kunden wegen roter oder blauer Haare von der Schule geflogen sind“, erinnert er sich an die alte Zeit in seinem ersten Salon, diesem „Sammelbecken der bunten Hunde“. Gabi, Amanda, Mike, jeder Mitarbeiter war ein Original, bei Prüße konnten sie es sein. Frank Schäfer fällt ihm zuerst ein, „den kannte zu Ostzeiten jeder“. Schäfer war tätowiert, frisierte auf Rollschuhen. Prüße ließ ihn machen.

Sein Team sorgte besonders wegen seines künstlerischen Selbstverständnisses für Aufsehen. Jeden Donnerstag war Shownacht, Prüße stylte die Besucher, es gab Live-Musik und immer viel zu trinken. Der Salon wird zum Anlaufpunkt für Punks und Bohemians – aber bald auch für Kunden aus der Politik und sogar aus West-Berlin. Zum Beispiel Frau N., die gerne mal den „Spiegel“ und andere Westzeitungen im Salon liegen ließ. Weil Frau N. „eine nicht unbedeutende Mitarbeiterin der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik“ war, ließ der rasch informierte Abschnittsbevollmächtigte den Vorfall durchgehen.

Weil er eine öffentliche Person war, konnte sich Prüße einiges erlauben – die Aufmerksamkeit schützte ihn. Aber immer öfter provozierte er die Auseinandersetzung mit dem Regime auf der größeren Bühne. Er wollte nicht bloß Haare schneiden, sondern Entertainer sein und entwickelte eine eigene Schaufrisiershow namens „Chic und Choc mit Jörg“. Ein Scout von Vidal Sassoon sah eine seiner ersten Shows in Ost-Berlin und holte ihn, den Exoten, nach Paris. Ein Beamter des Ministeriums für Kultur ließ sich mit harter Währung schmieren, stufte Prüße als Unterhaltungskünstler ein. Mittlerweile musste er selbst an Narrenfreiheit glauben. Von Rostock bis Dresden schnitt er Haare mit Samuraischwertern, präsentierte Intimfrisuren in Schwarz-Rot-Gold. Bei der Premiere seiner Abrüstungsshow, dem Gipfel der Gratwanderung zwischen Kunst und Protest, saß Konrad Naumann im Publikum. Naumann war erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Berlin, seine Frau Vera Oelschlegel Schauspielerin und längst Kundin von Prüße. Ihr verdankte er auch seinen Lada, während andere Ostbürger noch auf ihren Trabant warteten.

Von jetzt an schien es nur noch eine Frage der Zeit, bis Prüße von der Bühne verschwinden musste. Die Berliner Friseurinnung attestierte ihm einen antisozialistischen Frisurenstil und distanzierte sich nach der Abrüstungsshow ganz von ihm. Prüße war das egal. Dann aber, während einer weiteren „Chic und Choc“-Show in der Berliner Kongreßhalle am Alex, stürmte ein Trupp der Bereitschaftspolizei auf die Bühne, nahm Prüßes Leute fest. Die Stasi legte ihm die Ausreise nahe – ein unerhofftes Privileg für jeden anderen Ostbürger. Aber Prüße wollte nicht. Also häuften sich die Repressalien, Steine flogen durch die Fenster von „Jörgs Frisierstübchen“. Prüßes Team ließ sich nicht unterkriegen, bemalt die Steine und lässt sie als Kunstwerk liegen. „Der Letzte macht das Licht aus“ war ihr Running Gag. Dann fiel die Mauer.

"Früher war ich ein Casanova": Jörg Prüße über die Entstehung seiner Biografie "Haarscharf - Geständnisse"„Wir waren uns einig“, sagt Prüße und rührt in seinem Milchkaffee, „hätten die uns verhaftet, dann sollte das so sein.“ Er nimmt seine mittlerweile elf Jahre alte Biografie „Haarscharf – Geständnisse“ zur Hand, sieht sich auf dem Cover und lacht auf: „Mensch, hab mich ja kaum verändert seitdem!“ Die Glatze ist geblieben, der Schnurrbart ist jetzt ab. Auch die unzähligen Frauengeschichten während der Frisiertouren, von denen seine Frau in dem Buch erfuhr, sind Vergangenheit, die Ehe hat es überstanden. Die Aufmerksamkeit hat er immer genossen, er genießt sie auch heute noch. „Natürlich habe ich das Buch auch wegen meiner Profilneurose geschrieben. Nach der Wende aber wollte mir jeder Wessi erzählen, wie wir im Osten gelebt haben. Denen wollte ich zeigen, dass nicht alles scheiße war.“

Je näher das wiedervereinigte Deutschland zusammenrückte, desto ruhiger wurde es um Prüße. Nach der Wende tingelte er durch Talkshows und eröffnete „Jörgs Frisiercabinet“. Sogar Lothar de Maizière, der letzte DDR-Ministerpräsident, ließ sich die Haare schneiden, weil seine Frau Ilse ihn mitbrachte. Von 1997 an schmiss das Ehepaar Prüße jeden Donnerstag Clubshows im neuen Domizil am Ostbahnhof, das sie bis 2005 betrieben. Heute, an der Danziger Straße, ist es ruhiger, obwohl der Laden besser läuft. Auf Show und Livemusik verzichten Prüße und sein Sohn inzwischen ganz. Wahrscheinlich würden sie damit auch kaum noch auffallen. Bunte Hunde gibt es in Berlin schließlich längst überall.

(erschienen in: zitty, Februar 2009)

Was da klappert, trennt den Körper vom Geist

Mit der Schreibmaschine begann die Automatisierung intellektueller Tätigkeiten: Rückblick auf ein altertümliches Instrument

Jack Nicholson hämmerte in Stanley Kubricks „The Shining“ mechanisch diesen einen Satz tagelang in seine Schreibmaschine: „All work and no play makes Jack a dull boy“ – „Arbeit statt Spiel macht Jack zum dumpfen Jungen“. Dies ist die zweitbekannteste Interpretation einer Errungenschaft des späten 19. Jahrhunderts: Die Schreibmaschine erscheint hier als verlängerter Arm des Geistes – und zwar eines zerrütteten. Der niedergeschriebene Wahnsinn in „The Shining“ führte 1980 ein Bild fort, das der Romancier Bram Stoker 83 Jahre früher in „Dracula“ zu zeichnen begonnen hatte. (Fiktive) Manuskripte, Briefwechsel und Zeitungsartikel, gerade aber die eifrig getippten Tagebucheinträge von Jonathan Harkers Verlobter Mina als „Diskursangestellte“ dokumentieren im ersten Vampirroman der Literaturgeschichte die Klimax des Grauens. Denn mit welchen Mitteln wird der Vampir, diese Erscheinung aus einem geographisch abgelegenen und historisch völlig überholten Osteuropa überwunden? Mit dem Grammophon, der Schallaufzeichnungsmaschine eines Wissenschaftlers, und der Schreibmaschine, dem Schriftaufzeichnungsgerät einer frühen Sekretärin.

Der Bau der ersten marktfähigen Schreibmaschine geht auf ein dänisches Taubstummeninstitut im Jahr 1865, über 400 Jahre nach dem ersten Typenbuchdruck, zurück. In Deutschland hält die Technik des mechanisch reproduzierten Wortes 17 Jahre später Einzug; im Jahr 1898 nehmen die Adler-Werke, damals noch Heinrich Kleyer GmbH, die Produktion auf. Seit Menschengedenken wurde all jenes Gedankengut nachfolgenden Generationen überliefert, das in die jeweiligen „Aufschreibesysteme“ ihrer Zeit aufgenommen wurde. In seinem gleichnamigen Standardwerk beschrieb der Medientheoretiker Friedrich Kittler 1985 Aufschreibesysteme primär als technische, analoge wie digitale Einrichtungen zur Speicherung von Daten – von der Höhlenmalerei über Tonaufnahmen bis zum Schriftdruck und darüber hinaus. „Akten verlieren an Macht“, heißt es im Vorwort zu Kittlers „Grammophon. Film. Typewriter“, „wenn die realen Datenströme unter Umgehung von Schrift und Schreiberschaft nur noch als unlesbare Zahlenreihen zwischen vernetzten Computern zirkulieren.“ Der Anfang vom Ende der Handschrift war in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts, als Friedrich Kittler dieses Buch verfasste, längst eingeläutet, argumentieren Kulturpessimisten. Und es stimmt ja auch: ein papierloses Büro ist kein Büro. „Von den Leuten gibt es immer nur das, was die Medien speichern und weitergeben können“, heißt es in jenem Vorwort zeitlos weiter. Von den Auswirkungen des heutigen Datenverkehrs war Kittlers Arbeit damals noch unbehelligt.

Tatsächlich spinnt sich um die Einführung der Schreibmaschine im späten 19. Jahrhundert eine Kulturgeschichte in vielen Kapiteln. Die Alphabetisierung großer Bevölkerungsgruppen lag noch nicht lange zurück, die Handschrift in ihrer Schulform – als unendliche, geschwungene Linie – hatte sich gerade durchgesetzt, auch als Ausdruck der Person, des einzigartigen Menschen. Da löste die Schreibmaschine diese Bindung wieder auf, indem sie (nach einiger Übung) die Schrift blind werden ließ: Man musste ja nicht einmal mehr hinschauen. Und gleichzeitig waren die Grundlagen für eine bald unendliche Reproduktion gelegt – zuerst als Durchschlag, dann als Kopie. Es dauerte also nicht mehr lange, bis Heerscharen von Stenotypistinnen damit beschäftigt waren, unendliche Mengen von Texten anzufertigen, die sie oft nicht verstanden und auch nicht verstehen mussten. Und auch die Philosophie entdeckte die Schreibmaschine: Friedrich Nietzsches (minus 14 Dioptrien) Aphorismen wären kaum entstanden – und vor allem: so nicht entstanden –, hätte er nicht eine Schreibmaschine benutzen können.

Seit der flächendeckenden Einführung elektronischer Datenverarbeitung, seit nunmehr rund 20 Jahren also, fristet die Schreibmaschine ein immer blasser werdendes Schattendasein. In ihren Erben lebt sie als Computer, Laptop oder Handy freilich weiter, in immer höheren Automatisierungsgraden. In Film und Fernsehen aber versinnbildlicht die Darstellung ihrer Nutzung den Schreibenden als letzten Puristen seiner Art, als Romantiker – oder als heillosen Chaoten, der im Wahnsinn seines Genies von der Klippe springt. Das längste geläufige englische Wort übrigens, das sich mit einer Buchstabenreihe einer amerikanischen „QWERTY“-Schreibmaschine wie auch mit dem US-Computer-Keyboard tippen lässt, lautet: „typewriter“.

(erschienen in: Süddeutsche Zeitung, 19. November 2008, Seite 20, Wirtschaft)

Tod in der Weißen Nacht

Zum 30. Jahrestag des Massenselbstmordes von Jonestown gibt es neue Dokumente

Die Utopien starben in der Nacht des 18. November 1978 in Jonestown. Der Massenselbstmord der Sektenmitglieder traf Amerika tief, denn er stellte so vieles in Frage – das Ideal der Gründerväter von einer Neuen Welt als Zufluchtsort der freien Religionen, die Hoffnungen der Hippiegeneration mit einem Ausstieg aus der bürgerlichen Gesellschaft eine gerechtere Welt zu schaffen. „Liebe Leute“, eröffnet Phyllis Chaikin ihren Eltern noch am 15. April 1978 in jetzt aufgetauchten Schriftstücken, „ich bin überglücklich, dass Gail und David in einer Kommune aufwachsen, die ihre Ideale unterstützt. Ihr wäret stolz, wie stark und unabhängig sie sind. Ich arbeite jetzt als Krankenschwester.”

Als Phyllis Chaikin diese Worte verfasst, lebt die 39-jährige Tochter von Herbert und Freda Alexander seit drei Jahren in Jonestown. Mit ihrem Mann Gene, ihren zwei Kindern sowie über tausend weiteren Anhängern der „Peoples Temple“- Sekte folgt sie ihrem Führer Jim Jones erst in die selbst erbaute Zufluchtssiedlung im südamerikanischen Guyana, ein halbes Jahr nach ihrem Brief an die Eltern in den frei erwählten Tod.

30 Jahre nach den Ereignissen des 18. November 1978, die als „Weiße Nacht“ in die Kriminalgeschichte Amerikas eingingen, findet ein Handwerker im Keller des Hauses der Familie Isaacson in Los Angeles, einen Koffer. Der Inhalt: Zeitungsberichte über den religiösen „Peoples Temple“-Kult und Briefe von Phyllis, Gail und David Chaikin. Erst 1992 zog das Ehepaar Alexander aus dem Haus aus, in dem ihre einzige Tochter aufwuchs. Familie Isaacson zog ein. Die Briefwechsel, Barry Isaacsons Recherchen sowie lange unter Verschluss gehaltene FBI-Akten untermauern nun die durch Berichte von Überlebenden und Fernsehdokumentationen gestützten Vermutungen, dass der berüchtigste religiöse Massenfreitod in der amerikanischen Geschichte so frei gar nicht war.

Der Kalte Krieg und das psychologische Tief nach dem Wirtschaftswunder treibt suchende Seelen in die Arme und Lehre des „Peoples Temple“. 1972 lernen die Chaikins den kommunistischen Prediger Jim Jones aus Indianapolis und seine Vision von einer altruistischen Welt ohne Rassismus kennen.

Jones, der sich selbst als eine Art „Elvis Presley der Religion“ sieht, untersagt seinen Jüngern jeglichen Kontakt zu Familie und Freunden. Sie nennen ihn Vater, doch nach seinem raschen Aufstieg werden erste öffentliche Zweifel laut. Ein Jahr nach Beitritt der Chaikins gerät sein 1956 begründeter Kirchenersatz zunehmend in Verruf. Jones sei ein Scharlatan, der Wunderheilungen vortäusche und den Mittleren Westen der USA vom drohenden nuklearen Holocaust erretten wolle. Er kultiviert eine Religion der Angst. Schließlich verbarrikadiert er sich und seinen „Peoples Temple“ 1975 im guyanesischen Jonestown.

Zyankali für die Kinder

Phyllis, längst zu Jones’ Mitdenkerin aufgestiegen, während sich in anderen Jüngern ebenfalls Zweifel an der nie gewollten Diktatur und Sklaverei regen, plant den Massenselbstmord in einem Brief an ihren Übervater mit erschreckendem Kalkül: „Dad. Diejenigen unter uns, die sich einem revolutionären Selbstmord verweigern, um ihren Arsch zu retten, werden zu ihrem Todesort eskortiert (ich traue niemandem, seinen eigenen Tod zu arrangieren, aber mit Druck von außen und ohne Alternativen sollte es funktionieren). Ein Kopfschuss, im Zweifel ein Skalpellschnitt durch den Hals. Ich helfe, falls es notwendig wird. Die Leichen werfen wir in ein Loch. Es könnte hilfreich sein, den Leuten vorher die Augen zu verbinden, damit das Blut und die leblosen Körper ihrer Vorgänger ihre Beunruhigung nicht steigern.“

Was am Abend des 18. November 1978 wirklich geschah, bleibt im Dunkel. In den Monaten zuvor rief Jones die „Weiße Nacht“ mehrfach aus, verteilte den Punsch aus Brausepulver der Marke Kool-Aid ohne Gift, um die Loyalität seiner Anhänger zu prüfen.

Nach einem Fluchtversuch und einer mutigen wie gefährlichen Aufbegehrung von Jones’ Consigliere Gene Chaikin eskaliert die Lage: Der kalifornische Abgeordnete Leo Ryan will sich ein Bild von Jonestown machen, fliegt am 14. November nach Guyana. Die Glückseligkeit im scheinbaren Paradies ist nichts mehr als eine Inszenierung. Einzelne Bewohner riskieren ihr Leben und das ihrer Kinder, stecken dem Politiker Hilferufe zu, bitten um Befreiung aus den Fängen eines Wahnsinnigen. Jones erfährt davon, Ryan und sein Team werden angegriffen und während ihrer Flucht erschossen. Jones, mittlerweile selbst Vater eines Sohnes, verkündet die endgültige „Weiße Nacht“. Tonbandaufnahmen belegen Jubel, Aufruhr und Schüsse. Über 250 Kinder, die den tödlichen Zyankali-Fruchtpunsch nicht trinken, werden erschossen. Mindestens 913 Menschen sterben in dieser Nacht, durch Selbstmord oder Mord. Augenzeugen berichten später, dass unter der Gruppe, die die Giftmischung an die Sektenmitglieder verteilte, auch Phyllis Chaikin war.

Das Massaker von Jonestown markiert keineswegs den letzten gemeinsamen Selbstmord einer Sekte. In das kollektive Gedächtnis der Amerikaner aber hat es sich eingebrannt wie kein zweites. Es gibt bis heute eine stehende Redewendung, dass jemand „Kool-Aid“ getrunken habe, wenn er blind an eine Sache glaubt. Herbert und Freda Alexander ist damit freilich nicht geholfen. „Falls Reverend Jones und der ‚Peoples Temple’ gegen das biblische Gebot ‚Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren’ ist,“ schreibt Vater Herbert seiner Tochter ein Jahr vor der „Weißen Nacht“, „so liegt es an dir, jeden Kontakt mit deiner Familie für immer abzubrechen. Wir haben nur ein Recht, von dieser Entscheidung zu erfahren. Die Vergangenheit ist in dem Moment vergessen, an dem du zurückkehren willst.“ Phyllis kam nicht wieder.

(erschienen in: Süddeutsche Zeitung, 18. November 2008, Seite 12, Feuilleton)

Die Frau von der Bank

Sie pflanzte Rosen und kümmerte sich um die Nachbarn: Edith Heller wohnt seit 44 Jahren im Hansaviertel und kennt dort jeden

Ihre linke Hand hält sich am Geländer fest, die rechte versteckt sich in der Tasche ihrer roten Sommerjacke. „Ich bin ’ne Blumentante!“, sagt Edith Heller und zupft an einer der farbigen Blüten im Kasten. In braunem Rock, hellgrüner Bluse und Netzpantoffeln mit goldfarbenen Pailletten steht die 72-Jährige auf ihrem großen Balkon, atmet schwer und freut sich über ihre Stiefmütterchen und Geranien. Ein bisschen stolz ist sie auch, während sie von ihrem einzigen Hobby erzählt. „78 Balkons“, sagen zu ihr die Leute, „und keiner sonst hat Blumen!“

Seit 44 Jahren wohnt Edith Heller in ihrer 68-Quadrameter-Wohnung im ersten Stock des langgestreckten Scheibenhauses von Oscar Niemeyer. Alleine war sie nie. Ihr Mann starb vor acht Jahren, aber Klaus, ihr jüngster Sohn, wohnt bei ihr und pflegt sie. Bis sie vor elf Jahren in Rente ging, hat sich Edith Heller um Haus und Garten gekümmert. „Mein Mann und ich, wir haben hier alles bepflanzt. Auch die Rosenbüsche da unten. Nur die Dornenhecke“, sie zeigt auf die weitläufige Wiese an der Altonaer Straße, „die hamse wieder weg jemacht.“ Für die Geschichte des Hansaviertels hatte sie sich nie interessiert, von der Internationalen Bauausstellung kaum etwas mitbekommen. „Suchen wir uns ’ne Hauswartsstelle“, sagte Edith Heller 1963 zu ihrem Mann. Und im Niemeyer-Haus brauchten sie gerade jemanden.

Die Nachbarn kennen Edith Heller auch von ihrem Lieblingsort: Im Sommer sitzt sie gern auf der Parkbank am kleinen Spielplatz vor der Akademie der Künste, allein oder mit anderen Familien, um zu erzählen. „Über Edith kann ich nur Gutes sagen. Sie ist immer hilfsbereit und höflich“, sagt ihre langjährige Nachbarin Sabine Krüger aus Aufgang Vier, „rund um die Bartningallee kennen sie viele“. „Ich bin ja ein bunter Hund hier“, sagt Edith Heller und lacht. Früher ging sie mit ihren Söhnen und später mit ihrer Enkelin zum Spielplatz. „Das war wie eine große Familie, alle kannten sich von dort“, sagt sie, geht langsam vom Balkon zurück in ihre Wohnung und setzt sich auf die dunkelblaue Couch.

Edith Heller hat ihr Leben lang gearbeitet. Zehn Jahre hatte sie neben ihrem Job im Niemeyer-Haus eine Putzstelle im Rathaus Tiergarten, wollte von ihrem Mann unabhängig sein. Als Schülerin bekochte sie ihre Familie und die Nachbarskinder, in ihrem Heimatdorf in Mecklenburg-Vorpommern. Als 19-Jährige packte sie 1954 das Nötigste zusammen und reiste zu Verwandten nach Westberlin, „bei uns gabs ja keene Arbeit mehr“. Dort lernte sie 1960 ihren Mann kennen. Ein Jahr darauf heirateten sie, später kamen drei Söhne. Während sie erzählt, stützt Edith Heller sich auf ihr geschwollenes Bein. Seit drei Jahren leidet sie an Krebs. „Hellerchen, lass dir dat machen!“, zitiert sie ihren Hausarzt, lacht wieder und haut mit der linken Hand auf den Tisch, so, wie andere sich auf die Schenkel klopfen.

Im Hansaviertel lebt Edith Heller immer noch gern – „so viele gute Erinnerungen“ habe sie. In den Sechzigern wohnten hier, „trotz des sozialen Wohnungsbaus“, viele Anwälte, Doktoren, Architekten, „alles nette Leute, keiner war hochnäsig!“. Das Grün, die Spielplätze, die freien Flächen, die Gemeinschaft, der Supermarkt Bolle – an nichts habe es gefehlt.

Etwas Unschönes fällt ihr doch noch ein. „Oben, in dem schon immer ungenutzten Gesellschaftsraum, da konnten die Kinder ja eigentlich gut spielen. Aber ich musste das verbieten, weil der damalige Besitzer Holzmann das so vorschrieb. Da gab es wohl Beschwerden.“ Die Hauswartin Edith Heller war „eigentlich immer die gute Seele hier im Haus“, sagt Christiane Wolff, eine andere Nachbarin aus Aufgang Acht.

Seit die meisten Wohnungen privaten Eigentümern gehörten, findet Edith Heller, trügen viele Bewohner ihre Nase doch etwas höher, obwohl sie ja noch immer nett seien. Wenigstens die Dealer, die schonmal vor ihrem Haus Rauschgift unter den Steinen zwischenlagerten, seien kaum noch da. Und ein schlechtes Gewissen hat sie, in einem anderen Viertel in einem günstigeren Supermarkt einzukaufen, „weil die Rente doch so knapp is‘ und die Miete nicht ganz billig“. Fast 600 Euro zahlt sie warm. Aber wegziehen? „Nich für Jeld und jute Worte!“

Edith Heller fährt sich durchs dunkelgraue Haar, schaut am großen neuen Fernseher, an den alten Möbeln vorbei, blickt aus dem großen Fenster und lächelt zufrieden. Nur an ihrem Lieblingsplatz war sie wegen ihrer Krankheit schon lange nicht mehr. „Am Spielplatz“, sagt Edith Heller, „da läuft der Film meines Lebens nochmal ab“.

(erschienen in: die tageszeitung, 09. November 2007, Sonderbeilage „50 Jahre Hansaviertel Berlin“)