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„Tatort“ statt Tele: Wie Francesco Wilking zum Schlager kam (Interview)

21. April 2016 | Von |

Francesco Wilking schrieb für den ersten Dresden-„Tatort“ unter anderem eine Schlager-Hymne auf Sachsen. Ich wollte für den Musikexpress wissen, wie es dazu kam.

(Foto: Tapete Records)

(Foto: Tapete Records)

Francesco Wilking kennt man zuerst als umtriebigen Indiemusiker. Seit 2000 ist der 41-jährige Wilking als Sänger und Songschreiber der Band Tele bekannt, 2011 erschien sein Solodebüt DIE ZUKUNFT LIEGT IM SCHLAF. Sein zuletzt spannendstes Projekt heißt Die Höchste Eisenbahn. Gemeinsam mit Moritz Krämer und diversen Gastmusikern (u.a. Judith Holofernes und Gisbert zu Knyphausen) nahm die Musiker bisher eine EP namens UNZUFRIEDEN und ihr Debüt SCHAU IN DEN LAUF HASE auf. Im Herbst soll ihr zweites Album kommen. Was weniger Menschen wissen: Wilking schreibt auch Musik für Film und Fernsehen. Seine bisher prestigeträchtigste Arbeit war auch seine abseitigste: Im neuen „Dresden“-Tatort, der Sonntag erstmals ausgestrahlt und seitdem viel diskutiert wurde, liest man Wilkings Namen sowie den von Tele-Keyboarder Patrick Reising in den Credits im Abspann. Bloß: Im gesamten „Tatort“ war nichts anderes als Schlagermusik zu hören. Ein triftiger Grund zur telefonischen Nachfrage am Tag danach: Wie konnte es bloß dazu kommen, Francesco Wilking?

Francesco Wilking: Das hat sich so ergeben. Wir haben mit dem „Tatort“-Drehbuchautoren Ralf Husmann damals die Musik für den „Stromberg“-Film gemacht. Der Dialog war super, deshalb hatte er uns angehauen, für den „Tatort“ diese, naja, Schlagerpopmusik zu schreiben.

Wie lauteten Eure Vorgaben?

Ralf Husmann schrieb einen Teil der Texte, ich habe hier und da etwas ergänzt. Gemeinsam haben wir uns viele echte, unironische Lieder angehört und uns für ein paar Wochen in diese Welt begeben.

Hattest Du vorher schon Berührung mit Schlagermusik?

Nee, gar nicht. Auch nicht durch Tanten oder Omas, die das gehört hätten.

Die Grenze zwischen „ernsthaften“ Schlagersongs, wie Du es nennst, und Euren Nummern ist fließend. Hast Du nun mehr oder weniger Respekt vor der Schlagerbranche?

Die Branche kenne ich nicht. Ich kenne nur die Musiker und Veranstalter aus meinem Umfeld. Darauf bezog sich ja auch der große Shitstorm nach dem „Tatort“: Die Darstellung hätte mit der Wirklichkeit nichts zu tun gehabt.

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