In der Rubrik „Ist das was für mich?“ stellt die Redaktion von „Psychologie Heute“ jeden Monat ein Angebot aus Therapie, Coaching oder Beratung vor. Für die Ausgabe März 2026 führte ich Protokoll eines Ratsuchenden bei der Suchtberatung. Hier ein Auszug.
Das sagt der Ratsuchende
Hier ein Feierabendbier, da ein Rausch am Wochenende: Seit meiner Jugend auf dem Dorf suggeriert mir mein Umfeld, dass Nicht-Mittrinken mehr Rechtfertigung bedarf als „ein Bier zu viel“. Ich trank immer scheinbar fröhlich mit, war zu oft der Betrunkenste – und stellte mein Verhalten nicht infrage. Dass ich ein Alkoholproblem habe, erkannte ich erst mit Anfang 40, als geschiedener Mann.
Während meiner Ehe war Alkohol kein allzu großes Thema. Nach der Trennung fiel ich zurück in gelernte Muster: Ich trank, weil ich es konnte, auch an Wochentagen. Aus einem Drink wurden manchmal drei oder vier. Zudem verlor ich den Geselligkeitsaspekt, den ich früher mit Alkohol verbunden hatte: Ich trank allein, wenn mich der Alltag oder existentiellere Selbstzweifel stressten.
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Zunächst alle zwei, nun alle vier Wochen schildere ich seit Mai vergangenen Jahres meinem Berater dort, wie es mir aktuell geht. Er lobt meine Selbstreflexion und den Schritt, sich frühzeitig Hilfe zu suchen, und spielt, anders als mein Umfeld, nichts herunter: Weil mein Alkoholkonsum eine Funktion übernehme, die über Genuss und Geselligkeit hinausgeht, sei er tatsächlich als missbräuchlich zu kategorisieren, sagt er, und keineswegs zu verharmlosen. Für viele Menschen sei das der Beginn einer Abwärtsspirale.
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Das sagt der Berater
Seit 2012 arbeite ich in der Suchtberatung. Früher war ein klassischer Klient Mitte 50, männlich und arbeitslos, heute nicht mehr. Wir beraten Bankdirektorinnen, Langzeitarbeitslose und Sozialarbeiter. Die Sucht nimmt jeden, sie braucht kein Bewerbungsschreiben. Von 18 bis 76 ist jedes Alter dabei. Der Zeitgeist der Optimierung von Karriere, Erfolg und Multitasking findet immer mehr Opfer, die über Suchtmittel ihren Druck kompensieren.
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Frank Terdues leitet seit 2023 die Kreuzberger Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle der Diakonie, die seit 2026 vom Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk in neuer Trägerschaft weitergeführt wird
Das sind die Fakten
Was ist das für ein Angebot?
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Was kostet die Teilnahme?
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Was sagt die Wissenschaft?
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Der vollständige Text ist auf den Seiten 78 und 79 in der Ausgabe 03/2026 von „Psychologie Heute“ (hier bestellen) erschienen sowie, hinter einer Bezahlschranke, unter der Überschrift „Suchtberatung: Austausch statt Abwärtsspirale“ auf Psychologie-Heute.de.



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