Ein paar Serien, die ich im Jahr 2025 mehr oder weniger gern gesehen (und zumindest noch nicht wieder vergessen) habe

24. Februar 2026 | 0 Kommentare

Von „Adolescence“ bis „The Studio“: Sieben Serien, die ich 2025 gerne gesehen habe. Eine, die ich kaum aushielt (und das nicht, weil sie so spannend gewesen wäre). Und drei Serien, mit denen zumindest mein Bingewatch-Jahr 2026 vielversprechend anfing.

Hochkarätig besetzt, selbst ohne die zahlreichen Cameos – und unglaublich lustig: Szene aus „The Studio“ (Foto: Apple TV)

 

Herzlich Willkommen zu Teil 3 meines Jahresrückblicks 2025. In Teil 1 listete ich meine Lieblingsalben des Jahres auf. In Teil 2 ging es um drölf  Podcasts, die ich neben 43 anderen 2025 gerne gehört habe. Und da ich der Tradition der Führung von Pop-Bestenlisten schon seit über einer Dekade fröne, kann zumindest ich persönlich mich daran erinnern, dass ich „früher“ auch gerne meine Lieblingsserien des jeweiligen Jahres auflistete. Dafür habe ich diesmal zu wenig Buch geführt. Spontan fallen mir im Guten oder Schlechten trotzdem ein paar Produktionen ein, die auf die eine oder andere Weise hängen blieben.

Sieben Serien, die ich 2025 gerne sah – und eine, die ich schrecklich fand

 

„Call My Agent: Berlin“ (Disney Plus)

(Gelungener) Selbsthumor ist etwas, das deutschen Produktionen viel zu lange viel zu oft fehlte. „Call My Agent“ macht in dieser Hinsicht dank lustigem Cameo-Konzept von Heike Makatsch über Moritz Bleibtreu bis Jürgen Vogel einiges wett. Kurzweilig, satirisch, basierend auf eine französischen Ideenvorlage.

 

„Black Rabbit“ (Netflix)

Ich liebe Jason Bateman und habe nichts gegen Jude Law. Leider war der Cast stärker als der irgendwie egale Plot dieser gefühlt zu oft gesehenen „Between Right And Wrong“-Story um eine ungleiches Geschwisterpaar, das in New York ein Restaurant schmeißt und sich dabei der organisierten Kriminalität und seiner eigenen Vergangenheit stellen muss. Bis zum tragischen Ende blieb ich trotzdem dran.

 

„Stranger Things“, Staffel 5 (Netflix)

Schon seit Staffel 3 nervt mich diese Serie mehr, als sie und ihr popkultureller Referenzwahnsinn mich einst begeisterten. Die finale und inhaltlich wie optisch sehr düstere Staffel setzt der anstrengenden Rezeption – noch ein Showdown, und wieder einer, und komm, einer noch! – die Krone auf. Zum Glück gelingt ihr aber, trotz „Dexter“-Vibes, ein halbwegs versöhnliches Ende. #thekidsarealright

 

„The Studio“ (Apple TV)

Grandios komische Comedy-Satire und Selbstparodie der Filmbranche Hollywoods von und mit Seth Rogen als nach Anerkennung strebender Studioboss, der von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Unter anderem mit Bryan Cranston, Zöe Kravitz – und der ein letztes Mal hervorragenden, weil am 30. Januar 2026 leider verstorbenen Catherine O’Hara („Kevin Allein zu Haus“, „Schitt’s Creek“ u.v.m.). Toll!

 

 

„Severance“, Staffel 2 (Apple TV)

Genialer Mindfuck mit Adam Scott, in dem es um die von einem Big-Tech-Start-Up als real werdende Utopie in den turbokapitalistischen Raum geworfene Frage geht: Wie toll wäre unser aller Dasein, wenn Beruf und Privatleben derart getrennt wäre, dass das eine Ich nichts vom jeweils anderen weiß? Spoiler, der keiner ist: Die Dystopie, die sich daraus entwickelt, hängt schon von Folge 1 der ersten Staffel an in den labyrinth-artigen Büroräumen über den Köpfen der Mitarbeitenden wie ein Damokles-Schwert.

 

„KRANK Berlin“ (Apple TV)

Hyperrealistische und hyperdunkle Serie über ein Neuköllner Krankenhaus, das über den Rand des Kollaps hinaus operiert. Klar, Kritik an Pflegenotstand, Privatisierung, Korruption und Ausbeutung, manchmal auch arg plakativ. Aber, wie ich mir von einem Chirurg im Bekanntenkreis berichten ließ: „KRANK Berlin“ ist in seiner Darstellung eines Systems angeblich gar nicht mal so maßlos übertrieben, wie es mir vorkam. Und das in einem Land mit vergleichsweise funktionierendem Krankenversicherungssystem!

 

„Adolescence“ (Netflix)

Britische (Mini-)Serie, über die 2025 alle sprachen und die mindestens in der Bubble, in der ich wegen meines anderen Blogs www.newkidandtheblog.de und meines Buchs „Väter können das auch!“ noch immer regelmäßig unterwegs bin, die grundlegendsten Debatten nach sich zog. In vier Teilen, jeweils ohne einen einzigen Schnitt und basierend auf einer wahren Begebenheit beobachten wir den Fall des 13-jährigen Jamie Miller, der eine Mitschülerin ermordet haben soll. Es geht um seine Schule, seine Eltern, ganz zentral um Social Media, Incels und die sogenannte Manosphere, um Femizid – und leider an keiner Stelle um die Perspektive des Opfers respektive seiner Familie. Harter Tobak, das. Besonders, wenn man selbst Elternteil baldiger Teenager ist.

 

„Monster: Die Geschichte von Ed Gein“ (Netflix)

Ryan Murphys Inszenierung des Menderez-Brothers-Falls bot noch eine psychische Komponente an, um Zuschauer*innen mit seiner High-End-Produktion räsonieren zu lassen. Die fehlt hier, wie schon im ersten Teil der schrecklich voyeuristischen „Monster“-Anthologie über Jeffrey Dahmer, vollends: Die Geschichte des Serienmörders Ed Gein, die „Psycho“-Autor Robert Bloch als Norman-Bates-Inspiration diente, ist schon in ihrer realen Version ekelhaft, stumpf und unerträglich. Dramaturgische Fiktionalisierungen und detailreiche Zurschaustellungen aber widern nochmal auf einer ganz anderen Ebene an.

 

3 Serien, die ich schon 2025 hätte sehen können

Das Jahr 2026 fing in puncto Bingewatching so verspätet wie vielversprechend an:

Erstens holte ich die im November 2025 erschienene erste Staffel „Pluribus“ (Apple TV) nach. Vom „Breaking Bad“-Schöpfer Vince Gilligan, mit der eben daraus und aus „Better Call Saul“ bekannten Rhea Seehorn als Groschenromanreihe-Bestsellerin, die sich in Albuquerque nach Ausbruch eines Virus aus dem All gegen eine weltweit uniformierte Glückseligkeit wie gegen eine Zombie-Apokalypse wehrt. Spoiler: Altbekannte „Breaking Bad“-Charaktere haben sich in Staffel 1 leider nicht unter die wie KI agierende Masse gemischt. Dafür so philosophische, aber nie ausgesprochene Fragen wie die, wieviel oder wenig Individualität die Menschheit braucht, um sich noch so nennen zu können und ob es ohne Schlechtes wirklich nichts Gutes geben kann.

Zweitens gab ich mir an zwei langen Abenden die erste Staffel „Hijack“ (Apple TV) aus dem Jahr 2023. Idris Elba als moderner Jack Bauer! Echtzeit-Entführungsaction!  Ein Thriller in bester 90er-Blockbuster-Manier – mit Cliffhangern, Plottwists, und leider auch ein paar mit ein paar Plotholes, die sich wegen des rasanten Erzähltempos das Gesamtvergnügen nur bedingt schmälern. Doch doch, das hätte auch eine „24“-Staffel sein können!

Umso größer war meine Freude, die zweite, Anfang 2026 gestartete Staffel 2 gleich im Anschluss losgucken zu können. Darin muss Elbas Figur Sam Nelson in Berlin eine U-Bahn entführen. Der Drive aus Staffel 1 blieb bislang leider auf der Strecke. Wegen geografischer Ungereimtheiten, hölzernen Dialogen des deutsch-britischen Casts, unrealistisch agierenden Statisten und Nebendarstellern, deren Story oft (oder nur bisher) gar nichts zur Sache tut und einem Plot, der Fans von Staffel 1 weitaus weniger aus der Reserve locken dürfte als die wahren Strippenzieher (inklusive Maulwürfen, versteht sich) Nelson sowie umgekehrt.

Und drittens schöpfte ich mein Ein-Monatsabo des selben Streamingdienstes aus, in dem ich „Shrinking“ eine Chance gab. Eine 2023 begonnene Feelgood-Comedy mit milden Drama-Elementen, die mir bisher wie einst „Modern Family“ oder „Schitts Creek“ ausnahmslos positive Vibes da lässt. Ich mags! Jason Segel spielt darin einen trauernden Psychotherapeuten und Vater, dessen Frau vor ein paar Monaten starb. Seinen Patienten gibt er fortan radikale und unkonventionelle Ratschläge – mit mindestens kurzfristigem Erfolg.

Sein grantiger Chef wird gespielt von Harrison Ford, seine knallbunte und nie um einen Spruch verlegene Kollegin von Jessica Williams, seine Nachbarin von Christa Miller, deren Mann von Ted McGinley, bekannt aus „Happy Days“, „Love Boat“, „Denver Clan“, meiner Generation aber zuerst als Al Bundys Nachbar Jefferson D’Arcy in „„Eine schrecklich nette Familie“.

Die Folgen dauern jeweils rund 30 kurzweilige Minuten, der Titelsong kommt von Death Cab For Cuties Ben Gibbard und Tom Howe. Es geht um Familie, Erziehung, Bedürfnisse, Freundschaften, Communities und Altern in Würde. Vor ein paar Wochen wurde Staffel 4 angekündigt.

Vielleicht muss ich das Abo doch nochmal verlängern. Oder auf Netflix mit „Kacken an der Havel“ beginnen.

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